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Lesenswerter Reisebericht eines Teilnehmers der diesjährigen Begenungsreise nach Manila.

Auch dieses Jahr machten sich acht junge Leute aus Deutschland auf den Weg nach Manila, Philippinen, um die dort vom Träger CPI unterstützte Arbeit von SPECS zu besuchen, Land, Leute und Mitarbeiter kennenlernen, und – das am allerwichtigsten – die im Kinderheim wohnenden Jungs zu besuchen

Auch dieses Jahr machten sich acht junge Leute aus Deutschland auf den Weg nach Manila, Philippinen, um die dort vom Träger CPI unterstützte Arbeit von SPECS zu besuchen, Land, Leute und Mitarbeiter kennenlernen, und – das am allerwichtigsten – die im Kinderheim wohnenden Jungs zu besuchen und ihnen eine unvergessliche Zeit zu schenken. Wie sich jedoch schnell herausstellte, sollte dieser Besuch noch vielmehr für uns, die Besucher, denn für die Besuchten unvergesslich werden. Viele der Eindrücke lassen sich nur schwer in Worte fassen, und doch möchten wir versuchen, unseren Besuch etwas näher zu bringen.

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Nach langem Flug und Verspätungen, trafen nacheinander alle im „Home for Boys“, dem Heim für Jungs ein, das für die anschließenden zwei Wochen unser Zuhause wurde. Das Gefühl, mit den Heimjungen quasi Tür an Tür zu wohnen, weckte ein besonderes Zugehörigkeitsgefühl, da wir so leichter nachempfunden konnten, wie die Kinder den Alltag erleben. Es war eine einfache Unterkunft. Die DuscheReise2013-2 kam aus dem Eimer, der auch als Klospülung diente, doch wir waren ja nicht hierher gekommen, um Urlaub zu machen.


Wichtig waren uns die Kinder im Heim, denen wir Nächstenliebe, Freude und Aufmerksamkeit mitgeben wollten, um zu zeigen dass sie nicht alleine durch ihr Leben gehen müssen, dass stets jemand da ist, der an sie denkt. Die Kinder kamen alle aus verschiedenen, jedoch durchweg schwierigen Verhältnissen, und bei vielen sieht, bzw. merkt man dies in unterschiedlicher Reise2013-4Ausprägung. So zutraulich der eine, so ängstlich der andere; manch einer still und zurückgenommen, ein anderer laut und lebhaft. Letztendlich aber doch einfach Kinder, die einen Platz im Leben suchen, in einer Gesellschaft in der eine unbeschreibliche Kinderflut herrscht, welche ohne Veränderungen in den kommenden Generationen schlimme Folgen haben könnten.


Das Kinderheim liegt in einem ärmlichen Stadtteil von Manila, umgeben von schmalen Gassen und Gässchen, eingehüllt in ein Meer von wackeligen Hütten und Häuschen. Doch was von außen auf den ersten Blick hässlich Reise2013-3und dreckig erscheinen mag, wird von innen mit viel Liebe bedacht und gründlich gepflegt. So wurden wir in Wohnungen eingeladen, und man sah den Stolz in den Augen der Philippinos, die uns als Besucher willkommen hießen. Wir durften neben den Hausbesuchen im Umkreis des Heims auch das „Drop In Center“ besuchen. Dieses liegt in einer Gegend, aus der viele der Heimkinder stammen. Hinter dem Haus befindet sich die örtliche Müllkippe, der Arbeitsplatz vieler in direkter Nachbarschaft lebender Bewohner des Viertels. Das "Drop In Center" ist es ein Ort der Einkehr, vor allem für viele Kinder, die hier Spielmöglichkeiten vorfinden, eine Dusche, Sonntags nutzt man das Center auch zum Gottesdienst. Als wir die Kinder dort zum ersten Mal sahen, war es nicht immer ganz leicht, die Fassung zu bewahren. Dem Lachen der Kinder aus ihren tiefgrauen Gesichtern, in Kleidern, deren alltäglicher Kontakt mit Dreck, Schmutz und Müll oft unübersehbar war, auch immer freundlich und nicht ungläubig zu begegnen, war zunächst herausfordernd. Doch wir bekamen auch Möglichkeiten, das Viertel mit bewohntem Friedhof und angrenzenden Häusern zu besuchen, und so zu erleben, wie die Kinder mit Familien leben.

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Besonders und außergewöhnlich war auch der Besuch einer abgelegenen Gemeinde im Hinterland Manilas, so abgelegen dass sich selbst der zuständige Pastor nur einige Male im Jahr auf den Weg zu jener Kirchengemeinde macht. Er nahm uns mit und wir durften Hilfsgüter transportieren, mit den Kindern dort spielen und Zeit mit den gastfreundlichen Menschen vor Ort verbringen.

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Viele Menschen zieht es aus dem Wald in die große Stadt nach Manila, da dort Hoffnung auf ein Leben in mehr Wohlstand besteht. Zumindest in Träumen, die Realität ist meist weniger aussichtsreich, gibt es doch bereits so viele Menschen in der Metropole, die ähnlichen Zielen nachjagen, vor allem einem Leben ohne tagtägliche Sorgen.

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Überrascht hat uns trotzdem der Umgang der Menschen mit ihrem Schicksal, zumindest nach außen hin. Und einige meinten auch, nach Deutschland, natürlich, dahin möchten sie schon einmal reisen. Außerdem beeindruckt die tief verwurzelte Gottesfurcht der Menschen, die darauf vertrauen, dass der Herr ihnen eines Tages Erleichterungen in ihrem Leben schenke.
Für uns als Gruppe, in der vorher niemand jeden kannte, war es eine sehr bewegende Reise, die ihren Ausklang am Krater des aktiven Vulkans Mt. Pinatubo und in einigen Tagen am Strand fand, um zumindest ein wenig reflektieren zu können und das gesehene zu verarbeiten.

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Die Philippinen sind für mich auf unserer Reise zu einem faszinierenden Land geworden, welches mit einer riesigen Kluft zwischen Arm und Reich, bevorstehender Übervölkerung und damit verbundener Platzknappheit zu kämpfen hat, in dem die Politik sich nicht entschieden genug gegen die Armut wehrt. Die Philippinen sind kein bettelarmes Land, es gibt Chancen. Doch ihnen muss geholfen werden.

Wir möchten uns hiermit noch einmal bei SPECS und auch bei CPI für die Ermöglichung dieser Reise bedanken. Wir alle sind mit Erfahrungen gesegnet worden, die uns noch auf Jahre hinaus begleiten werden.

Weitere Bilder finden Sie hier.

 

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