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Endlich ging es los! Schon seit Wochen haben wir Volunteers uns immer wieder mit dem insgesamt 6-köpfigen 'Coron-Team' von SPECS getroffen um alle möglichen Dinge zu planen: unseren Zeitplan, unsere Unterbringung, das Budget, die Einkäufe von den Materialien und Spendengütern, die wir mitbringen wollten.

Die Aufgabenverteilung und nicht zuletzt die Frage nach den geeignetsten Schuhen für diesen Inseltrip sowie dem gemeinsamen Programm für unseren Erholungstag, der nach getaner Arbeit folgen sollte. Und dennoch konnten wir uns noch nicht richtig ein Bild davon machen, was bei diesem Worktrip auf uns zukommen würde...

 

 

Endlich ging es los! Schon seit Wochen haben wir Volunteers uns immer wieder mit dem insgesamt 6-köpfigen 'Coron-Team' von SPECS getroffen um alle möglichen Dinge zu planen: unseren Zeitplan, unsere Unterbringung, das Budget, die Einkäufe von den Materialien und Spendengütern, die wir mitbringen wollten, die Aufgabenverteilung und nicht zuletzt die Frage nach den geeignetsten Schuhen für diesen Inseltrip sowie dem gemeinsamen Programm für unseren Erholungstag, der nach getaner Arbeit folgen sollte. Und dennoch konnten wir uns noch nicht richtig ein Bild davon machen, was bei diesem Worktrip auf uns zukommen würde...AC Boot beladen

 

Unser Trip führte uns auf die kleine Insel Maglalambay, die im Norden Palawans liegt und nur mit  Booten erreichbar ist. Auf dieser Insel wohnen ca. 1000 Menschen in relativ simplen Häusern, fast alle leben vom Fischen, es gibt kein fließendes Wasser und kein motorisierten Fortbewegungsmittel an Land. Wie die ganze Region in Nordpalawan wurde auch diese Insel massiv vom Taifun Yolanda/Hayan vor zwei Jahren zerstört. Meiner Meinung nach sind Filipinos geborene Lebenskünstler. Egal ob Brand, oder Sturm, nach kurzer Zeit stehen wieder bereits die ersten provisorische Hütten und so sieht man nur wenige Häuserruinen und Schutt. Jedoch lässt sich nicht alles so schnell erneuern. Ein gutes Fischerboot zu bauen erfordert Geld, das die Fischer nicht haben.


AC Arise CoronGenau hier setzt unsere Arbeit an. Wir Mitarbeiter von SPECS starteten mittels Spendengelder von CPI das Hilfsprogramm 'ARISE CORON', was soviel bedeutet wie: Steh auf Coron! So wurden 6 neue Fischerboote und 10 Netze für die Insel gefertigt und somit Familien neue Hoffnung geschenkt. Darauf aufbauend wurde ein ganzes Rehabilitations- und Interventionsprojekt 'NETS FOR PETER' mit Hilfe von Spendengeldern der Organisation ANI (Assist Network International) aus den USA auf die Beine gestellt.

 

Die Mission in Magalambay ist schon das zweite Projekt dieser Art, das von SPECS durchführt wird. Ein halbes Jahr zuvor gab es ein solches Projekt schon auf einer benachbarten ähnlich situierten Insel. Trotzdem wurde versucht, sich durch Gespräche mit den Einheimischen möglichst genau auf die Situation und die Bedürfnisse der Menschen auf dieser neuen Insel einzustellen um die Aktivitäten und mitgebrachten Dinge daran anzupassen. Zusammen mit ortsansässigen Helfern sind wir drei Tage lang auf Magalambay geblieben.

 

Am ersten Tag gab es eine Registrierungsaktion für alle Kinder der Insel, um ihnen nachträglich Geburtsurkunden ausstellen zu können. Ohne Geburtsurkunde können die Kinder hier nicht zur Highschool gehen. Selbstverständlich gibt es vielfältige Gründe, warum Kinder hier nicht zur Schule gehen - insbesondere für die Kinder von der Insel ist es aufwands- und kostentechnisch kaum möglich. Trotzdem soll es letztendlich nicht an einem solch banalen Grund liegen, dass die Kinder keinen Zugang zu Schulbildung bekommen.

 

AC TalkDen zweiten Tag starteten wir mit Infoprogrammen für Eltern und Kinder über Rechte und Pflichten von Kindern. Es ist uns ein wichtiges Anliegen die Eltern und auch die Kinder in diesem Bereich aufzuklären, da hierzulande oft andere Regeln herrschen. Anschließend begann die Verteilung unserer mitgebrachten Dinge: 200 Paar Flip-Flops, Zahnbürsten, Zahnpasta, Kleidung und nicht zuletzt unglaubliche Mengen an Equipment für die Fischer wurden an Eltern und Kinder verteilt. Dabei wurde viel gelacht und gedankt. Trotz allem gab es auch die ein oder andere nicht so schöne Erfahrung für uns als Team: zum Beispiel, wenn Leute versucht haben, möglichst viel abzugreifen oder ihre Kinder geschickt haben, um sich nochmal anzustellen usw... Obwohl das wohl einfach nur menschlich und 'normal' ist, hat es uns immer wieder für einen kleinen Moment etwas ernüchtert und befremdet. Besonders schön und lustig AC erste Ausfahrtanzusehen war hingegen die Zähneputzaktion von uns Volunteers mit den Kindern, die mehr oder weniger zu einer kleinen Schaumparty mutiert ist.
Gegen Abend wurden dann die 6 neuen Fischerboote am Ufer an 6 junge Männer übergeben -   dieser Moment, mit gemeinsamen Gebeten und der offensichtlich großen Dankbarkeit der Familien, war ganz besonders schön und unvergesslicher. Unsere Chefin Ma'am Sandra und wir als Volunteers durften anschließend bei der ersten Ausfahrt ins offenen Meer in drei verschiedenen Booten dabei sein, das war ein toller und berührender Abschluss von einem sehr erfolg- und erlebnissreichen Tag.

 

AC die ApothekeFür den dritten und letzten Tag war eine Medical Mission mit zwei Ärzten und Krankenschwestern von der nächstgrößeren Insel geplant. Von den Spendengeldern konnten wir unglaublich viele Medikamente kaufen, die wir, nach der Sprechstunde mit dem Arzt, an die Menschen verteilen konnten. An diesem Tag haben wir ca. 170 Patienten bei uns gehabt, was weit über unsere Erwartungen hinausging. Aus meiner Perspektive ist es fragwürdig, in wie weit diese medizinische Aktion sinnvoll bzw. erfolgreich war, da die Ärzte keine Möglichkeit hatten, ein diagnostisches Verfahren durchzuführen und so in den meisten Fällen lediglich Schmerzmittel und Vitamine verschrieben haben. Aber hoffentlich gab die Aktion den Menschen trotzdem das Gefühl, nicht vergessen worden zu sein und eine Anlaufstelle für ihre Sorgen und Nöte zu haben – wenigstens für einen Tag.

Ich hatte den Eindruck, dass das für einige Menschen fast noch bedeutsamer war als der Wert der Dinge, die wir mitgebracht haben - das war für mich besonders schön wahrzunehmen. Die ganzen drei Tage haben wir (die sechs SPECS-Mitarbeiter) im Health-Center auf Matten geschlafen, die Unterbringung war sehr einfach und nicht besonders komfortel, also ein weiterer Schritt heraus aus der Komfortzone – übrigens nicht nur für uns Volunteers! Bemerkenswert war, wie sehr sich einige Menschen von Maglalambay darum bemüht haben, uns fast rund um die Uhr mit unglaublich gutem und überaus reichlichem Essen zu versorgen. Außerdem schleppten sie auch Wasser in Kanistern an, damit wir auch mal so was ähnliches wie eine Dusche nehmen konnten.AC neues FischernetzDiese drei Tage, die wir mit den Menschen dort gemeinsam erleben durften, waren eine sehr eindrückliche Erfahrung.

 

Mir kam unsere Arbeit dort sehr sinnvoll vor. Auf den ersten Blick erscheint sie mir auch bedeutsamer und erfolgreicher als die kontunierlichen Projekte von SPECS in Manila. Doch man muss den vergleichsweise großen Berg an Spenden im Hinterkopf behalten, der solche kurzweiligen und intensiven Projekte erst ermöglicht.
Obwohl Lisa und ich wie am Anfang gesagt, im Vorfeld nicht genau wussten, wie dieses Projekt sein würde und wo unser Platz in dem Programm ist, haben wir uns während dieser Tage unglaublich wohl gefühlt und einen guten Platz im Team und in der Arbeit gefunden. Für uns persönlich war es außerdem eine wichtige Zeit, da wir einerseits einen Einblick in die Lebensbedingungen der ärmeren Menschen außerhalb Manilas bekommen konnten, andererseits aber auch viel Zeit mit SPECS-Mitarbeitern verbringen konnten und so wieder ein Stück mehr Teil der vielzitierten 'SPECS-Family' wurden.

 

Annika Siebert - Praktikantin

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